Ich bin dann mal weg: Sichere Baustelle im Urlaub

Ich bin dann mal weg: Sichere Baustelle im Urlaub

Die Tage werden länger, die Temperaturen steigen und langsam, aber sicher wird es Zeit für eine längere Pause am Bau. Auch Architekten und Ingenieure benötigen eine Auszeit. Oftmals dreht sich währenddessen die Welt auf der Baustelle weiter, aber trotzdem kann es vorkommen, dass genau dann etwas passiert, wenn der Generalplaner mitsamt Kollegen in Florida golft. Sofort entsteht eine Menge an Fragen, die keiner so richtig beantworten kann. Und Sie als Verantwortlicher sind in der Regel nicht erreichbar – und das ist auch gut so.

Bauherrenhaftpflichtversicherung

Wenn es noch nicht zu spät ist, lassen sich einige Dinge bereits im Vorfeld klären, sodass im Ernstfall alles in trockenen Tüchern ist. Mit der richtigen Strategie sind Sie im Urlaub auf alles vorbereitet und können entspannt abschalten. Die passende Versicherung und ein genau durchgeplanter Ablauf im Schadensfall sorgen dafür, dass Sie im Notfall nicht einmal einen Finger rühren müssen – ist ja schließlich Ihr wohlverdienter Urlaub.

Es kann jedoch auch vorkommen, dass die gesamte Belegschaft in den Urlaub geht oder temporär auf einer anderen Baustelle eingesetzt wird. Das Projekt wird demnach nicht beaufsichtigt, sodass in diesem Fall gleich mehrere Probleme eintreten können.

Clemens Reusch
Clemens Reusch

Eltern haften (nicht) für ihre Kinder

Schadensfälle können zu jeder Zeit passieren, so viel steht fest. Sie können als verantwortliche Person aber eine Menge tun, damit das Risiko eines Schadens auf ein Minimum reduziert wird. Das beginnt bereits bei der Absicherung des Geländes, auf dem gearbeitet wird. Während neugierige Blicke auf das entstehende Bauwerk noch kein Problem darstellen, sieht es mit Rundgängen auf dem Gelände oder gar im Rohbau schon anders aus.

Verunfallt nämlich eine unbefugte Person auf der Baustelle, wird es heikel. Ein simples Absperrband oder ein Hinweisschild mit Kleingedrucktem reichen nämlich nicht aus, um die Location richtig abzusichern und Schadensersatzforderungen erfolgreich abzuwenden. Zudem bringt auch die Übertragung der Absicherung an eine Drittpartei keinen nennenswerten Vorteil, denn der Schaden ist vorhanden – egal, wer die Verantwortung trägt. Außerdem ist ein Wachdienst ein erheblicher Kostenfaktor, der das Budget nicht selten in die Höhe treibt. Doch bereits mit ein paar simplen Maßnahmen lassen sich Unfälle reduzieren und der Zugang zur Baustelle erschweren.

Ein „Eltern haften für ihre Kinder“-Schild schreckt vielleicht tatsächlich ein paar Bengel vom Betreten der Baustelle ab. Das setzt aber voraus, dass diese bereits lesen und das Schild deuten können. Belassen Sie es deshalb nicht allein dabei, sondern lassen Sie unbedingt einen Bauzaun installieren, auf welchem Sie das Schild platzieren können. Achten Sie außerdem auf eine Mindesthöhe von 1,80 Metern. So sind Sie rechtlich auf der sichereren Seite.

Info: Oftmals herrscht der sehr verbreitete Irrtum, dass Eltern tatsächlich immer für ihre Kinder haften. Das ist aber nicht der Fall. Korrekt ist nur, dass Eltern für Schäden, die ihre Kinder verursacht haben, in Haftung genommen werden – unter der Voraussetzung, dass die elterliche Aufsichtspflicht verletzt wurde. Das muss aber erst einmal festgestellt werden, sodass sich die Gegebenheiten von Fall zu Fall unterscheiden. Nach ständiger Rechtsprechung unterscheidet sich die gebotene Aufsicht je nach Alter, Eigenart und Charakter der Kinder und auch darin, was den Eltern zugemutet werden kann. Für Eltern gilt demnach, vernünftige Anforderungen zu unternehmen, um eine Schädigung Dritter durch das Kind zu verhindern. Das bedeutet aber nicht, dass eine Überwachung rund um die Uhr gefordert ist. Außerdem kann die Aufsichtspflicht ebenso an Dritte weitergegeben werden – etwa Schule oder Kindergarten. Passiert während der Betreuung etwas, wäre dann die Einrichtung verantwortlich, nicht die Eltern.

Eine Baustelle kann aber nicht nur für Unbefugte gefährlich sein – und Unfälle passieren vor allem bei Kindern relativ schnell. Da so gut wie jedes Hindernis überwindbar ist, sollten entweder Sie als Verantwortlicher oder der Bauherr selbst eine Bauherrenhaftpflichtpolice abschließen. Diese sieht vor, dass regelmäßige Kontrollen durchgeführt werden, springt aber genau dann ein, wenn einem Unbefugten auf der Baustelle etwas passiert.

Wenn der Wolf tief Luft holt

Sorgen Sie als weitere Maßnahme unbedingt dafür, dass Baumaterial, insbesondere Dämmung oder Zerbrechliches gut gesichert ist. Nicht nur gegen Regen oder Frost, sondern auch gegen Sturmböen. Denn das nächste größere Unwetter ist im Hochsommer nur eine Frage der Zeit. Nicht selten passiert es, dass sämtliche Fassadendämmung fein säuberlich zerkleinert vom Sturm über die ganze Ortschaft verteilt wird. Die Aufräumarbeiten sind nach so einem Vorfall erwartungsgemäß wenig motivierend. Ist die Baustelle längere Zeit unbesetzt, kann es sogar sinnvoll sein, Material in den überdachten Innenbereich zu schaffen. Dadurch können Umwelteinflüsse weniger Schaden anrichten.

Nicht immer ist aber die passende wind- und wettergeschützte Abstellmöglichkeit gegeben, sodass Sie möglicherweise improvisieren müssen. Eine Abdeckplane sowie einige lange Spanngurte können Abhilfe schaffen und schützen heikles Material zumindest rudimentär vor äußeren Einflüssen. Ein viel größeres Problem stellen allerdings Gerüste und Bauzäune dar. Diese bieten dem Wind große Angriffsflächen und können bei Sturm schnell kippen oder sogar weggefegt werden. Sorgen Sie deshalb vor Verlassen der Baustelle dafür, dass diese ausreichend gesichert sind. Verwenden Sie außerdem, wenn nicht unbedingt notwendig, keine Bauzäune mit Sichtschutz.

Keine Chance für Langfinger

Doch nicht nur Wind und Wetter können auf dem Rohbau ein Problem werden. Nicht selten werden Bauherren oder am Bau beteiligte Unternehmen Opfer von Diebstahl. Der Umfang reicht hier von eher einfachen Delikten, wie etwa einer geklauten Baustellenwarnleuchte bis zur Entwendung teurer Maschinen oder Materialien. Allein in der Bundesrepublik entstehen dadurch jährlich Schäden in Millionenhöhe. Wichtiges nach innen zu schaffen hat demnach meist nur Vorteile – abgesehen vom mühsamen Transport. Doch nicht immer besteht dabei die Möglichkeit, die Räumlichkeiten abzusperren. An dieser Stelle kann beispielsweise ein ungenutzter Container als temporäres Lager dienen – selbstverständlich mit Vorhängeschloss.

Eine weitere Möglichkeit effizienter Baustellenüberwachung liegt in der Nutzung von Videokameras während Ihrer Abwesenheit. Werden Teile des Bauvorhabens mit Kameras ausgestattet, müssen Sie aber dafür sorgen, dass empfindliche Bereiche ausgeblendet oder verpixelt dargestellt werden. Die meisten Überwachungskameras lassen sich jedoch relativ bequem entsprechend konfigurieren. Mit einem Videoüberwachungssystem können Sie bei Bedarf Warnsysteme aktivieren, Live-Durchsagen an den Einbrecher richten oder direkt einen Polizeieinsatz veranlassen. Das funktioniert auch, wenn Sie sich am anderen Ende der Welt befinden – eine Internetverbindung vorausgesetzt.

Verantwortung an eine Aufsichtsperson delegieren

Sofern der Betrieb an der Baustelle ohne Sie weitergeht, sollten Sie vor Ihrer Abwesenheit eine Aufsichtsperson ernennen. Diese übernimmt sämtliche Maßnahmen zum Schutz der Arbeitnehmer und prüft deren korrekte Einhaltung. Doch selbst wenn jeder dieser Aufgabe gewachsen scheint, sollten Sie unbedingt einige Punkte bei der Wahl der Aufsichtsperson bedenken.

  • Die Person muss über theoretisches Wissen als auch praktische Erfahrung in diesem Bereich verfügen, die mit den in Betracht kommenden Arbeiten sicherheitstechnisch zusammenhängen.
  • Des Weiteren ist es notwendig, dass die zukünftige Aufsichtsperson Kenntnisse im Bereich der in Frage kommenden Arbeitnehmerschutzvorschriften besitzt.
  • Last but not least, und vermutlich am wichtigsten ist das Thema Verlässlichkeit. Sie müssen sich sicher sein können, dass in Ihrer Abwesenheit alle übertragenen Aufgaben gewissenhaft ausgeführt werden.

Gut versichert und entspannt in den Urlaub

Gerade für Bauunternehmer, Planer, Architekten und Ingenieure kann eine Bauleistungsversicherung unvorhersehbare Schäden oder Ereignisse abfedern. Versichert sind dabei verschiedenste Bauleistungen aller Art beziehungsweise auch Baustoffe, Bauteile sowie Hilfsbauten und -baustoffe. Konkret deckt eine Bauleistungsversicherung folgende Versicherungsfälle ab:

  • ungewöhnliche, für die Jahreszeit untypische Wetterverhältnisse
  • Beschädigungen durch unbekannte Personen
  • Konstruktions- und Materialfehler
  • Ungeschicklichkeit, Fahrlässigkeit und Böswilligkeit (beispielsweise des Baupersonals)
  • Fehler bei der Bauausführung

Darüber hinaus können weitere Schäden wie etwa Brand, Blitzschlag oder Explosion mitversichert werden.

Gar keine Frage, während Ihrer Abwesenheit kann vieles passieren. In der Regel geht aber alles seine gewohnten Wege und eingespielte Teams arbeiten auch mal ohne Vorgesetzten verlässlich. Es schadet aber absolut nicht, versicherungstechnische Fragen bei einem Expertengespräch zu klären. So können Sie Ihr Bauprojekt loslassen und sich den erholsamen Dingen im Urlaub widmen.

Nutzen Sie das Experten-Gespräch mit Ihrer Versicherungsagentur des Vertrauens. Zeitnah.

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