Die Vorteile einer Ertragsausfallversicherung in der PV

Die Vorteile einer Ertragsausfallversicherung in der PV

Vielleicht kennst du das Szenario bereits ganz gut: Du hast im Frühling oder Sommer des laufenden Jahres die Installation einer PV-Anlage auf dem Dach deines Hauses in Auftrag gegeben. Die Planung verlief 1A, dein Ansprechpartner scheint kompetent und verlässlich. Der Ansturm auf Photovoltaikanlagen ist aber derzeit so hoch, dass mit längeren Wartezeiten zu rechnen ist. Sprich, die Anlage wurde erst im Spätherbst realisiert und liefert in den wenigen Sonnenstunden nur einen Bruchteil ihrer Maximalleistung.

Was im Privathaushalt in der Regel nur moderate Mehrkosten verursacht, kann in größerem Maßstab zum Problem werden. Gerade dann, wenn riesige Anlagen aus diversen Gründen nicht mehr die geplante Leistung erreichen, können die Finanzierung oder der ROI (Return on Invest, Rückkehr der Investition) wackeln. Gute Gründe, um der Ertragsausfallversicherung eine Chance einzuräumen. Wir erklären dir, was diese Versicherung bietet und wofür du sie nicht zweckentfremden kannst.

PV Ertragsausfallversicherung
Julia Reusch
Julia Reusch

Das deckt eine Photovoltaik-Ertragsausfallversicherung ab

Bei einer PV-Ertragsausfallversicherung solltest du darauf achten, welche Schäden damit abgedeckt werden. Es kann nämlich durchaus vorkommen, dass deine PV-Allgefahrenversicherung, die du ohnehin abschließen solltest, bereits sämtliche Felder der Ertragsausfallversicherung abdeckt. Hier gilt es darauf zu achten, dass sich keine Leistungen überschneiden.

Eine Ertragsausfallversicherung springt allgemein betrachtet genau dann ein, wenn kein Ertrag mehr produziert wird. Dabei kann es sich nicht nur um Energie, sondern auch um andere Punkte handeln. In der Regel deckt eine PV-Ertragsausfallversicherung aber sämtliche Schäden an der Anlage ab, wie etwa Zerstörung, Abhandenkommen oder Bedienfehler durch den Betreiber.

So weit, so gut, das Portfolio reicht aber dank der allgemeinen Photovoltaikversicherung natürlich noch weiter. Die versicherten Gefahren lassen sich in folgende Bereiche kategorisieren:

  • Unterbrechungsschäden infolge einer versicherten Gefahr
  • Materialschäden
  • Wasser, Sturm und Hagel
  • Brand, Blitzschlag, Explosion, Feuer und Rauch/Ruß
  • Über-, Unter- oder Fremdspannung und folgend Kurzschluss und Anlagenausfall
  • Menschliche Bedienfehler oder Fahrlässigkeit
  • Vandalismus, Tierbiss oder Sabotage

Vergütungsumfang der Ertragsausfallversicherung

Sollte einmal der Ernstfall eintreten und deine Anlage nicht mehr wie vorgesehen Energie einspeisen, können die entstandenen Ertragsausfälle geltend gemacht werden. Bei der Berechnung bildet der tatsächliche Ertrag innerhalb eines Jahres den Referenzwert. Bei größeren Anlagen ist das in der Regel kein Problem, bei kleinen Privatinstallationen hingegen schon. Aus diesem Grund bieten Versicherungen auch eine Pauschale an, die sich nach einem bestimmten Geldbetrag pro Kilowatt und Tag richten. Meist liegen diese Werte bei etwa 2,00 bis 2,50 € pro Kilowatt installierter Leistung und Tag. Dabei ist es möglich, dass der Versicherer die möglichen Beträge in den Wintermonaten reduziert.

Info: Die eigene Anlage mit einer PV-Ertragsausfallversicherung absichern, um im Winter weiter Gewinne einzufahren, klingt erst einmal verlockend, ist aber aufgrund des Bereicherungsverbots nicht erlaubt. Mehr als der tatsächlich entstandene Schaden kann deshalb nicht ersetzt werden.

Die Sache mit der Selbstbeteiligung

Je nachdem, wie du deine PV-Anlage versicherst, kann es sein, dass du auch bei der Ertragsausfallversicherung eine gewisse Selbstbeteiligung vereinbart ist. Zwar bezahlst du hierfür kein bares Geld, jedoch greifen manche Versicherungen erst nach einem Ausfall mit einer Dauer von mehr als zwei bis drei Tagen. Der Ertragsausfall wird in diesem Fall erst bei länger andauernden Ausfällen beglichen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, eine vereinbarte Selbstbeteiligung aus der ohnehin bereits existierenden Photovoltaikversicherung anzurechnen – in diesem Fall solltest du auf jeden Fall mit deinem Versicherer sprechen.

Bei kleineren Anlagen bringt dir eine Selbstbeteiligung in der Regel keinen Vorteil, da die Ausfälle meist von kürzerer Dauer sind und weniger Verluste auf dem Spiel stehen. Möchtest du dennoch zu gewissen Konditionen einen Selbstbehalt leisten, solltest du genau prüfen, ob die Selbstbeteiligung nicht möglicherweise höher liegt als ein Ertragsausfall von ein oder zwei Tagen.

 

Die Ertragsausfallversicherung für PV: Sinnvoll oder überschätztes Risiko?

Die Sinnhaftigkeit einer Ertragsausfallversicherung für deine Photovoltaikanlage hängt nicht unbedingt von den möglichen Gefahren ab, denen deine PV ausgesetzt ist. Vielmehr spielt die Größe der Anlage sowie deren Einsatzzweck eine größere Rolle. Es kommt demnach sehr auf den Einzelfall an. Angenommen, du speist mit deiner Anlage den Großteil der Energie in das öffentliche Netz ein und wirst dafür fürstlich vergütet, ist eine Ertragsausfallversicherung durchaus empfehlenswert. Ein weiteres Szenario wäre, wenn du mit deiner PV-Anlage auf eine regelmäßige Rendite angewiesen bist, um beispielsweise die Finanzierung zu decken oder im Idealfall außerdem Gewinne einzustreichen. Der Schaden kann hier nämlich sehr schnell sehr hoch werden, weil die gesamte Kostenkalkulation dann nicht mehr stimmt.

Weniger sinnvoll ist diese Art der Versicherung für kleinere Anlagen, die vorwiegend privat genutzt werden – also für den Eigenbedarf. Der Überschuss landet in einer Batterie und gelangt erst dann ins öffentliche Stromnetz, wenn der Speicher voll geladen ist. Die Vergütung fällt daher relativ gering aus und das Risiko eines Ausfalls ist zwar immer noch gegeben, der Schaden bei einem tatsächlichen Ausfall aber eher gering. In diesem Fall kaufst du einfach Fremdstrom über deinen Anbieter zu, der zwar mittlerweile durchaus teuer ist, du aber dank Eigenproduktion und Batterie nur wenig davon benötigst.

 

Ertragsausfallversicherungen im Allgemeinen

Der Begriff „Ertragsausfallversicherung“ kann auch weiter ausgedehnt werden, denn nicht nur PV-Anlagen lassen sich gegen Ertragsausfall versichern, sondern das gesamte Betriebsinventar inklusive Arbeitskräften. Eine Ertragsausfallversicherung springt ein, sobald ein Sachschaden die Abläufe in deinem Unternehmen stört und deine Produktion stillsteht. Je nach Art der Versicherung werden nicht nur der entgangene Gewinn übernommen, sondern außerdem Gehälter, Löhne und Provisionen. Meist lässt sich dabei der Versicherungsschutz individuell auf dein Unternehmensfeld abstimmen und ein maßgeschneidertes Portfolio an abgedeckten Schäden und Ursachen erstellen.

Du bist neuer Besitzer einer PV-Anlage oder hast vor, eine zu errichten? Du möchtest dein Unternehmen gegen Ausfälle absichern und weißt aber nicht, wie du das am besten angehst? Kontaktiere uns für weitere Informationen, gemeinsam finden wir einen Weg, dein Projekt umfassend abzusichern.

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