Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Das musst du als Arbeitgeber beachten

Betriebliche Altersvorsorge (bAV): Das musst du als Arbeitgeber beachten

Als Arbeitgeber ist dir diese Regelung vielleicht gar nicht neu. Da diese häufig erst bei Bedarf zur Anwendung kommt, ist sie möglicherweise etwas ins Hintertreffen geraten. Die Rede ist von der verpflichtenden betrieblichen Altersvorsorge, wenn dein Mitarbeitender über dein Unternehmen für das Alter vorsorgen möchte. Die große Auswahl an Versicherern sowie vermeintliche Hürden bei der steuerlichen Absetzbarkeit können häufig für Verwirrung sorgen. In unserem Beitrag erfährst du, welche Möglichkeiten der bAV für deine Mitarbeitenden bestehen und wie du diese effizient und vorausschauend nutzt.

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Julia Reusch
Julia Reusch

Das (neue) gesetzliche Regelwerk im Schnelldurchgang

Durch das Betriebsrentengesetz (BetrAVG) haben Arbeitnehmende Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge (bAV) durch Entgeltumwandlung – in Form von Pensionskasse, Pensionsfonds, oder Direktversicherung. In der Praxis sieht das Szenario dann so aus, dass ein vom Arbeitnehmenden festgelegter Anteil des monatlichen Bruttolohns für die bAV verwendet wird. Das wirft vor allem für dich als Arbeitgeber eine Reihe an Fragen auf, die wir dir gerne beantworten. Am Ende stehst du nämlich vor der Entscheidung, welche Form am besten zu deinem Unternehmen sowie den Mitarbeitenden passt.

Pensionskasse

Eine Pensionskasse ist eine Versorgungseinrichtung, die die bAV durchführt und den Arbeitnehmenden oder deren Hinterbliebenen einen Anspruch auf zugesagte Leistungen einräumt. Dabei zahlen die Arbeitgeber sämtliche Beträge und den Arbeitnehmenden ist es möglich, sich an der Entgeltumwandlung zu beteiligen. Durch externe Sicherungsmaßnahmen (PSV / Protektor) sind in der Pensionskasse selbst bei der Insolvenz eines Unternehmens die Versorgungsleistungen sichergestellt.

Pensionsfonds

Als selbstständige Versorgungseinrichtungen agierend, erhalten Arbeitnehmende einen Anspruch auf zugesagte Leistungen. Die größere Freiheit bezüglich der Geldanlage am Aktienmarkt erlaubt einerseits höhere Renditen, erhöht auf der anderen Seite aber auch das Risiko eines Verlustes. Um einen Totalverlust zu verhindern, müssen zu Rentenbeginn mindestens die eingezahlten Beiträge noch vorhanden sein.

Direktversicherung

In Form einer Lebens- oder Rentenversicherung kann die Direktversicherung meist sehr unkompliziert für alle Mitarbeitenden des Unternehmens abgeschlossen werden. Entweder trägst du als Arbeitgeber die Beiträge allein, oder teilst dir diese mit dem Arbeitnehmenden. Dank des geringen Verwaltungsaufwands eignet sich die Direktversicherung ideal für kleinere Unternehmen beziehungsweise Architekten und Ingenieure.

Wie hoch ist der Aufwand, eine BAV für meine Mitarbeiter einzurichten?

Da du sämtliche Prozesse und Anmeldungen gemeinsam mit deinem Versicherungsberater durchführst, hält sich der Aufwand für dich eher in Grenzen. Einzig der Start nimmt etwas Zeit in Anspruch, da es hier um die Konditionen und die Möglichkeit, direkt einen Gruppenvertrag abzuschließen, geht. Darüber hinaus solltest du jene Mitarbeitenden darüber informieren, die für die Lohn- und Gehaltsabrechnung zuständig sind. Ist das ein externer Steuerberater oder Lohnabrechner, ist auch hier eine Meldung notwendig. Danach läuft dieser Vorgang automatisiert ab und du musst dich lediglich bei anstehenden Änderungen darum kümmern.

Was passiert bei Arbeitsunfähigkeit oder Elternzeit?

Da bei der Entgeltumwandlung immer Lohn oder Gehalt beziehungsweise ein Bruchteil davon in eine Versicherung umgewandelt wird, fallen die Beträge bei Elternzeit oder längerer Arbeitsunfähigkeit weg. Ist der Mitarbeitende in Elternzeit, wird stattdessen Elterngeld gewährt. Ähnlich verhält sich das bei einer Arbeitsunfähigkeit, die länger als 6 Wochen andauert. In jedem Szenario solltest du aber der Versicherung Bescheid geben, dass aktuell kein Lohn beziehungsweise Gehalt mehr bezogen wird. Der Arbeitnehmende hat dann nämlich die Möglichkeit, für die Dauer der Elternzeit oder Krankheit/Arbeitsunfähigkeit selbst die Beiträge aus seinen aktuellen Bezügen weiterzuzahlen.

Versicherungsnehmer und versicherte Person: Die Unterschiede in der BAV

In der bAV bist in der Regel du als Arbeitgeber der eigentliche Versicherungsnehmer. Dabei schließt du eine Versicherung auf den Arbeitnehmenden ab. Aus diesem Grund bist du dann der Ansprechpartner für alle Versicherungsfragen, bezugsberechtigt ist aber natürlich am Ende der Arbeitnehmende. Bei größeren Unternehmen mit einer nicht mehr ganz so überschaubaren Zahl an Mitarbeitenden kann eine sogenannte Gruppenversicherung beziehungsweise ein Gruppenvertrag den Verwaltungsaufwand auf ein Minimum reduzieren und eine Vielzahl verschiedener Versicherer vermeiden. Sprich, ein einziger Gruppenvertrag, ein einziger Versicherungspartner, ein einziger Ansprechpartner.

Wie hoch fällt der Arbeitgeberzuschuss aus?

Der gesetzliche Arbeitgeberzuschuss liegt pauschal bei 15 % des Umwandlungsbetrags. Unter der Voraussetzung, dass durch die Eigenumwandlung Sozialversicherungsbeiträge eingespart werden. Der Bruttolohn reduziert sich dadurch und demnach sinken auch die Lohnnebenkosten des Mitarbeitenden. Diese Ersparnis kannst du dann als 15 %-Zuschuss an den Arbeitnehmenden zurückgeben – im Endeffekt eine Win-Win-Situation.

Welche steuerlichen und sozialversicherungsrechtlichen Vorteile lassen sich bei einer bAV geltend machen?

Nach §3 Nr. 63EstG ist der Beitrag zur bAV bis zu 8 % der Bemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung West steuerfrei. In 2023 sind das 584,- € monatlich. Zusätzlich sind bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze West sozialversicherungsfrei. Also in 2023: 292,- € monatlich.

Und last but not least: Welche Vorteile hat eine bAV für dich als Arbeitgeber?

Am Ende des Tages ist die bAV weit mehr als nur eine lästige Verpflichtung, der du als Arbeitgeber nachkommen musst. Mit deiner eigenen Betriebsrente zeigst du, dass dir das Wohl deiner Mitarbeitenden am Herzen liegt und du dadurch vielleicht sogar einen Wettbewerbsvorteil bei der Mitarbeitersuche erhältst. Mit dem richtigen Berater an deiner Seite findest Du den passenden Weg für deine Firma und am Ende profitiert davon dein gesamtes Unternehmen gleichermaßen.

Das Thema bAV ist für dich immer noch ein verschlossenes Buch?

Zugegeben, die vermeintlich richtige Absicherung für deine Mitarbeitenden zu finden, erschließt sich oftmals nicht gleich auf den ersten Blick. Aus diesem Grund kann es sinnvoll erscheinen, erst einmal alle Möglichkeiten auszuloten und mit dem Versicherungsmenschen deines Vertrauens zu sprechen. Häufig lösen sich dann Fragen und etwaige Probleme von selbst und dir fällt die Entscheidung leichter, wie du nun am besten, vor allem im Sinne deiner Angestellten, vorgehst. Sprich uns einfach an, bAV liegt uns im Blut.

Nicht suchen, sondern finden.

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