Code Civil / Décennale
- 10. März 2026
- Veröffentlicht durch: starfruit
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Code Civil heißt übersetzt das französische Zivilgesetzbuch. Es wurde unter Napoléon eingeführt und regelt die grundlegenden Bereiche des Zivilrechts, einschließlich Bau- und Haftungsrecht.
Décennale bezeichnet die zehnjährige Haftung für Bauunternehmer, Architekten und Ingenieure. Sie geht aus Artikel 1792 des Code Civil hervor.
Warum tauchen diese Begriffe auch im deutschen Raum auf?
Das deutsche Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) gilt seit 1900 und ist in einigen Punkten mit dem Code Civil vergleichbar. Das BGB wurde vom Code Civil beeinflusst und galt in Teilen Deutschlands, zum Beispiel im sogenannten Rheinischen Recht.
Die Garantie décennale nach Art. 1792 Code Civil und die zehnjährige Sachmängelhaftung nach § 634a BGB in Verbindung mit der VOB/B ähneln sich in mehreren Punkten:
- In beiden Fällen werden schwere Schäden abgedeckt, zum Beispiel wenn Wände einstürzen oder ein Gebäude nicht mehr nutzbar ist.
- Der Schutz gilt jeweils für einen Zeitraum von 10 Jahren nach Fertigstellung des Objekts.
- Auch wenn die Beteiligten den Schaden nicht vorsätzlich verursacht haben, können sie haftbar gemacht werden.
Unterschiede: Décennale und Sachmängelhaftung
| Décennale | Sachmängelhaftung | |
|---|---|---|
| Gesetzlich | Pflicht | Nur nach Vertrag, nicht immer |
| Versicherung | Pflichtversicherung | Freiwillig |
| Versicherungsschutz | Greift, wenn ein Schaden eintritt | Greift bereits beim Auftreten von Mängeln, bevor ein tatsächlicher Schaden eintritt |
| Haftung | Alle Beteiligten | Hauptverantwortliche |
Grenzüberschreitende Tätigkeiten in Frankreich
Bei grenzüberschreitenden Tätigkeiten von Architekten und Ingenieuren in Frankreich muss eine Décennale-Versicherung abgeschlossen werden. Der Nachweis darüber muss erbracht werden, andernfalls drohen Geldstrafen.
Umgekehrt ist in Deutschland keine entsprechende Pflichtversicherung notwendig, da die zehnjährige Sachmängelhaftung nicht automatisch mit einer verpflichtenden Absicherung verbunden ist.
Wichtig ist in beiden Fällen, sich vorab mit den lokalen und länderspezifischen Rechtsformen auseinanderzusetzen.