FAQ Fragen und Antworten

Die 20 meist gestellten Fragen rund um das Thema Vermögensschadenhaftpflicht und Berufshaftpflicht finden Sie hier.
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FAQ - Vermögenshaftpflicht

Wie kann ich meine Haftung durch die Deckungssumme in der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung begrenzen?
Gesetzlich im Steuerberatungsgesetz ist unter § 67a StBerG geregelt, dass die Haftung durch AAB /AGB begrenzt werden kann, wenn die Deckungssumme das 4-fache der gesetzlichen Mindestdeckungssumme je Versicherungsfall beträgt.
Das bedeutet – 1 Mio. € je Versicherungsfall
Ausnahme:
Partnerschaftsgesellschaft mit beschränkter Berufshaftung, hier müssen 4 Mio. € je Versicherungsfall abgesichert sein.
Welche Summe muss in den AAB / AGB eingetragen werden?
Auch wenn mehr als 1 Mio. € je Versicherungsfall abgesichert gilt, so ist in die AABs / AGBs 1 Mio. € einzutragen
Sind Tätigkeiten als Insolvenzverwalter, Testamentsvollstrecker oder Vermögensverwalter im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflicht mitversichert?
Ja, grundsätzlich schon. Wenn die Tätigkeit ein höheres Risiko birgt als die bestehende Deckungssumme, so wird eine separate Versicherung für diesen Tätigkeitsbereich empfohlen
Welche Mitarbeiter müssen mit im Vertrag für die Vermögensschadenhaftpflichtversicherung aufgenommen werden?
Seit 2017 gelten alle Mitarbeiter kostenfrei mitversichert, mit Ausnahme von Berufsträgern. Angestellte oder freie Mitarbeiter, die für die Kanzlei tätig sind, müssen namentlich im Rahmen der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung der Kanzlei mitversichert werden
Muss ein Berufsträger / Mitarbeiter auch in der Vermögensschadenhaftpflicht mitversichert werden, wenn er nicht auf der Internetseite oder dem Briefbogen aufgelistet wird?
Ja, ein Mitarbeiter, der für die Kanzlei tätig ist, muss auch mitversichert werden, so dass im Schadenfall die Versicherungssumme nicht gekürzt werden kann.
Muss ein Berufsträger / Mitarbeiter auf Vermögensschadenhaftpflicht mitversichert werden, wenn er auf der Internetseite aufgelistet ist, aber gar keinen Umsatz für die Kanzlei erzielt
Ja, ein Mitarbeiter, der für die Kanzlei tätig ist, muss auch mitversichert werden, so dass im Schadenfall die Versicherungssumme nicht gekürzt werden kann.
Müssen freie Mitarbeiter in den Vertrag für die Vermögensschadenhaftpflicht mit aufgenommen werden?
Ja, in den Versicherungsbedingungen steht, dass Mitarbeiter der Kanzlei, die Berufsträger sind, der Versicherung gemeldet werden müssen. Das bedeutet sowohl Angestellte als auch freie Mitarbeiter
Was muss bei einer Zusammenarbeit (Kooperation) im Bezug auf die Vermögensschadenhaftpflicht mit einer anderen Kanzlei beachtet werden?
Wichtig ist, dass beide Kanzleien die gleiche Deckungssumme je Schadenfall abgesichert haben, so dass im Schadenfall die Deckungssumme der einzelnen Kanzlei nicht heruntergezogen werden kann. Auch bei Kooperationen können beide Kanzleien einen gemeinsamen Vertrag absichern, dies ist aber kein Muss, jede Kanzlei kann auch ihren eigenen Vertrag behalten.
Müssen die Mitschriften z.B. bei Transaktionsberatungen vom Mandanten unterschrieben werden, für die Vermögensschadenhaftpflicht?
Wichtig ist, dass Mitschriften (Telefonmitschriften, Gesprächszusammenfassungen) vorliegen. Vom Mandanten müssen diese nicht unterschrieben werden. Zeck der Mitschriften: Im Schadenfall können die Rechtsanwälte prüfen, ob ein Verschulden vorliegt und der Versicherer leistet oder seitens des Versicherungsnehmers kein Verschulden vorliegt und der Versicherer für die Kanzlei in die Abwehr unberechtigter Ansprüche geht.
Benötigen angestellte Berufsträger in einer Kanzlei eine zusätzliche eigene Vermögensschadenhaftpflichtversicherung?
Ist ein Steuerberater in einer Kanzlei angestellt und ausschließlich für diese tätig, so benötigt er keine zusätzliche Vermögensschadenhaftpflichtversicherung. Der angestellte Steuerberater kann sich von seinem Arbeitgeber bescheinigen lassen, dass er über dessen Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abgesichert gilt und dieses Schreiben an die Steuerberaterkammer schicken. Der Kammer gegenüber muss der Steuerberater bestätigen, dass er außerhalb der Kanzlei nicht tätig ist. Wird der Steuerberater im eigenen Namen z.B. für Freunde im Rahmen einer „Feierabendkanzlei“ tätig, so muss er eine zusätzliche Vermögensschadenhaftpflichtversicherung abschließen. Rechtsanwälte benötigen nach § 51 BRAO eine eigene Berufshaftpflichtversicherung. Auch wenn der angestellte Rechtsanwalt nur für die Kanzlei tätig ist, benötigt er auf seinen eigenen Namen eine Vermögensschadenhaftpflichtversicherung mit der gesetzlichen Mindestdeckungssumme von 250.000 €, so dass er zum Rechtsanwalt zugelassen wird, „Titeldeckung“.

FAQ - Berufshaftpflicht

Was sollte ich bei der Wahl meiner Deckungssummen im Rahmen der Berufshaftpflicht beachten?
Bei der Höhe der Deckungssummen sollte das sog. Spätschadenrisiko beachtet werden, d.h. ein Planungsfehler von heute kann auch in 10 Jahren noch zu einem erheblichen Schaden führen, der durch gestiegene Baukosten und Inflation deutlich höher sein kann als heute vermutet. Die Deckungssumme zum Stichtag des Planungs- oder Bauüberwachungsfehlers ist dann ausschlaggebend. Oben genannte Standart-Versicherungssumme reicht im Ernstfall bei größeren Projekten kaum aus, wir können daher auch Deckungssummen von z.B. 10 Mio. € darstellen.
Welche Leistungen umfasst die Architekten- und Ingenieurs Berufshaftpflicht von HDI?
Für einen optimalen Versicherungsschutz deckt die Architekten- und Ingenieurdeckung Vermögensschäden, Sachschäden sowie Personenschäden ab. Die Haftpflichtversicherung enthält folgende Leistungsbausteine:
Planungsschaden-Versicherung für alle Bau-/ Planungsvorhaben
Büro- und Betriebshaftpflicht-Versicherung
„Eigenschaden-Versicherung“ (u.a. der wichtige Honorarrechtschutz, wenn der Auftraggeber aufgrund eines geltend gemachten Mangels das Honorar einbehält) - oder die wichtige Strafrechtsschutzdeckung)
Wonach richtet sich der Beitrag für eine Berufshaftpflichtversicherung?
Im Wesentlichen sind folgende Merkmale beitragsbestimmend;
1. Ihre Berufsbild: Sind Sie als Architekt im Hoch- oder Tiefbau tätig oder als Bauingenieur, Statiker/Tragwerksplaner, TGA, Garten- und Landschaftsarchitekt, Sicherheitsingenieur usw. …)
2. Ihr Jahresnettoumsatz
3. Höhe der Deckungssummen
4. Höhe der Selbstbeteiligung
5. Besteht eine Mitgliedschaft mit einem Verband, welcher mit HDI einem Rahmenvertrag hat (z.B. VDI, Bundesingenieurkammer, VDSI, Architektenkammer usw. …)
Welche Versicherungen sind zusätzlich für Architekten und Ingenieur zu empfehlen?
Die Streitigkeiten um Honorare haben in den vergangenen Jahren drastisch zugenommen, die Zahlungsmoral der Bauherren stetig abgenommen. Mit einer separaten Vertrags- und Honorar-Rechtsschutzversicherung können Sie um Ihr Recht kämpfen mit Hilfe eines Anwalts und des Gerichts und dies ohne größeres Kostenrisiko. Partner der HDI ist in diesem Fall die Roland Rechtschutz AG.
Weiterhin die Absicherung Ihrer eigenen Arbeitskraft in Form einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Als Architekt bzw. Ingenieur profitieren Sie bei HDI von Sonderkonditionen sowie bei er einer Verbandsmitgliedschaft mit dem VDI oder VDSI von einer vereinfachten Gesundheitsprüfung. Gleich zwei Gründe sich über dieses wichtige Thema von uns beraten zu lassen.
Welche Leistungen erhalten Architekten und Ingenieur im Schadenfall?
Sie melden uns den Schadenanspruch, wir beraten Sie hinsichtlich der weiteren Vorgehensweise und bereiten mit Ihnen gemeinsam die Schadenmeldung vor, anschließend begleiten wir Sie als Fachagentur bis zum Abschluss des Schadenfalls.
HDI übernimmt hierbei folgende Leistungen:
Prüfung der gesetzlichen Verpflichtung
Abwehr unberechtigter Ansprüche
Freistellung von berechtigten Ansprüchen
Eine daraus resultierende Schadenzahlung an den Anspruchsteller erfolgt abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung (wahlweise 2.500 €, 5.000 €, 7.500 €, 10.000 €, 25.000 €, höhere Selbstbeteiligungen in Abklärung möglich).
Was passiert, wenn ich meine Selbstständigkeit beende?
Sobald Sie uns mitteilen, dass Sie Ihre freiberufliche Tätigkeit aufgeben, stornieren wir den Vertrag taggenau ab Eingang Ihrer Mitteilung. Über das Jahr zu viel gezahlte Beiträge bekommen Sie selbstverständlich zurückerstattet.
Welche Personen und Gesellschaften sind über Ihre Berufshaftpflichtversicherung mitversichert, was gilt es hier zu beachten?
Ihre eigenen Mitarbeiter gelten über Ihre Berufshaftpflichtversicherung automatisch mitversichert. Gleiches gilt für freie Mitarbeiter sowie Sub-Unternehmer. Hier sollten Sie jedoch prüfen, ob diese eine ausreichende und gültige Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben. Im Schadenfall werden wir versuchen beim Verursacher des Schadens Regress zu nehmen. Ist ein Regress nicht möglich, weil keine Berufshaftpflicht besteht und ein Zahlungsunfähigkeit vorliegt, so wird Ihre Berufshaftpflicht mit dem Schaden belastet. Deswegen noch einmal der Appell an Sie: Prüfen Sie die Deckungen insbesondere Ihrer Subs, die Prüfung übernehmen wir an dieser Stelle auch gerne für Sie!
Was ist der Unterschied zwischen der Betriebshaftpflicht und der Berufshaftpflichtversicherung?
Eine Betriebshaftpflichtversicherung sichert grundsätzlich nur Schäden aus dem allg. Betriebsgeschehen ab.
Schadenbeispiel: Sie fahren zum Kunden und schütten diesem ausversehen Kaffee über die Hand oder Sie haben Büroräume angemietet und lassen die Kaffeemaschine an, wodurch es aufgrund eines Kurzschlusses zu einem Brand kommt. Sowohl der Personenschaden- als auch der Mietsachschaden ist Thema der Betriebshaftpflichtversicherung.
Nur die Berufshaftpflichtversicherung sichert Ihre speziellen Ingenieurs- bzw. Architektentätigkeiten ab.
Woran merke ich, dass ich die richtige Deckung habe?
Ob Sie überhaupt eine echte Berufshaftpflichtversicherung abgeschlossen haben, können Sie oftmals von der Höhe der Selbstbeteiligung ablesen. Liegt diese nicht bei mindestens 2.000 € werden Sie wahrscheinlich die falsche Deckung haben.
Besteht eine Versicherungspflicht für Architekten und Ingenieure?
Als Mitglied in einer Architekten- oder Ingenieurkammer ist der Abschluss einer Berufshaftpflicht verpflichtend. Je nach Bundesland und zuständiger Architekten- oder Ingenieurkammer und je nach Firmierung werden unterschiedliche Mindestversicherungssummen gefordert. Bei freiberuflichen Architekten und Ingenieuren ist in der Regel zu Beginn eine Versicherungssumme von 500.000 Euro für Sach- und Vermögensschäden sowie 3.000.000 Euro für Personenschäden ausreichend.